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Neben den Bruderschaften sind die Prangerschützen die älteste Formation der Gemeinde. Pulverrechnungen für die Prangerschützen sind im Seekirchner Archiv schon aus der Zeit des 30-jährigen Krieges vorhanden. Bei Prangertagen (Prozessionstage) und zu besonderen kirchlichen Anlässen rückten die Prangerschützen aus. Urkundlich erwähnt werden die Eugendorfer Schützen bei der Kircheneinweihung im Jahre 1763.
Eindeutig als eigene, an die Vikariatskirche Eugendorf gebundene Gilde, scheinen die Schützen ab 1776 auf; vorher haben sie noch mit den Seekirchnern kooperiert. Weshalb haben die Erzbischöfe die Prangerschützen gefördert und sich für ihren Bestand interessiert? Einerseits trugen sie zur Verschönerung der Prozessionen bei, andererseits setzte man sie auch zur Feueralarmierung ein.
In Eugendorf sind noch einige alte Prangerstutzen aus der Zeit 1802 und 1805 (wenn man von dem ganz alten Stutzen vom Mühlberg absieht) vorhanden; sie mussten noch mit Feuerstein und Feuerschwamm behandelt werden. Erst 1841 wurden sie auf Kapseln umgebaut. Was die Feueralarmierung betrifft, waren die Standorte Eugendorferberg, Kraimoos und Kirchberg besonders günstig. Von dort kann man nicht nur Eugendorf sondern auch Seekirchen überblicken.
Im Jahre 1896 erhielt die Schützengilde eine eigene Fahne. Fahnenmutter war Frau Walburga Gassner, Krämerbäurin im Dorf, die insgesamt eine große Wohltäterin der Gemeinde war. Schützenhauptmann war im Jahr 1896 der Eckerbauer Josef Bernhofer. Der Hauptmann und der Fähnrich trugen bereits Schärpen, die Schützen selbst einen Hut mit einer Schildhahnfeder. Der alte Ehrenreitbauer wusste zu erzählen, dass die Schützen Pulver und Kapseln selber kaufen mussten. Es war also nicht nur eine Ehre sondern auch ein Stück Idealismus, bei den Schützen dabei zu sein.
Nach Bernhofer wurde Christian Forsthuber von Heinischberg Hauptmann und Schützenmeister. Unter seiner Zeit wurde das Salettl beim Holznerwirtsgastgarten gebaut; dort hing über dem Schützentisch eine Glasvitrine. In dieser war ein Tisch eingebaut, um den Prangerschützen in Form von Wachsfiguren in treffender Uniform saßen. Das Holznerwirtshaus war immer Stammlokal der Schützen. Nach Bernhofer und Forsthuber folgten als weitere Hauptmänner: Hiaslbauer in Schwaighofen, der Unterkirchberger, der Watzinger, der Haberzagler in Eugenbach, der Hofkalhamer, der Unterkirchbergbauer Wallner Jakob, Jodlbauernsohn, seit 1995 Johann Fenninger, Ehrenreithbauer.
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Unter Schützenmeister Leitner Kaspar wurde die Schützengilde uniformiert. 1968 wurde die Schützenfahne restauriert. Seit dieser Zeit ist auch die Mitgliederzahl ständig im Steigen begriffen; es gehört ein großes Stück Idealismus dazu, aus eigenen Mitteln einen Stutzen zu kaufen und zu den relativ zahlreich gewordenen Anlässen immer wieder auszurücken: Fronleichnamstage, Heldenehrungen bei Kriegerbegräbnissen, Empfänge; nunmehr auch häufig beim Hochzeitsschießen - da das pyrothechnische Gesetz das Böllerschießen ja nicht mehr gestattet.
Ein unvergesslicher Zeugwart der Schützen war jahrzehntelang Franz Waschl, Rappenwangermüller; er betreute auch die Kameradschaftsfahne und die Schulfahnen. Der Rappenwangermüller gehörte jahrzehntelang zum Vereinsgeschehen in Eugendorf, ein Idealist, wie man ihn selten findet.
Bei der 200-Jahrfeier im Jahr 1976 erfolgte eine nochmalige Neueinkleidung der Schützen. Frau Eveline Bimminger, Holznerwirtin, stiftete ein Fahnenband und übernahm die Patenschaft. Die Schützengilde hat derzeit 94 Mitglieder, davon 65 aktive und 29 unterstützende Mitglieder.
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